Presshonig vs. Schleuderhonig – Inhaltsstoffe, Enzyme & Wirkung im Vergleich

Presshonig oder Schleuderhonig? – Inhaltsstoffe, Enzyme und Wirkung im direkten Vergleich

Beide entstehen im Bienenstock – aber was danach passiert, entscheidet darüber, was im Glas landet. Presshonig und Schleuderhonig unterscheiden sich nicht im Grundprodukt, sondern in der Verarbeitung. Und genau diese Verarbeitung hat messbare Konsequenzen für Enzymaktivität, Pollengehalt, Mineralstoffkonzentration und damit die biologische Wirksamkeit. Dieser Artikel vergleicht beide Methoden auf Basis konkreter Inhaltsstoffe – sachlich und ohne Marketingsprache. Was Presshonig genau ist und wie er hergestellt wird, erklären wir im Detail im Grundlagenartikel.


1 — Die Verarbeitung: wo der Unterschied beginnt

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Bienenstock, sondern im Imkerkeller. Beim Schleuderverfahren werden die entdeckelten Waben in eine Zentrifuge gespannt und mit hoher Drehzahl ausgeschleudert. Der Honig fliegt durch Zentrifugalkraft aus den Zellen – schnell, effizient, industriell skalierbar. Anschließend wird er oft auf 40–70 °C erwärmt, um ihn fließfähig zu machen, und durch Feinstfilter gepresst, um Pollen, Wachspartikel und Schwebstoffe zu entfernen.

Beim Pressverfahren werden ganze Waben mechanisch ausgepresst. Der Honig fließt langsam durch ein grobes Sieb – keine Wärme, keine Zentrifuge, keine Filtration. Alles, was die Bienen eingetragen haben, bleibt im Honig: Pollen, Propolis-Spuren, Wachspartikel, und vor allem die hitzeempfindlichen Enzyme.

Unser Pressverfahren in den Nockbergen

Wir ernten einmal jährlich, wenn alle Waben vollständig verdeckelt sind. Die Waben werden aus den Rächen geschnitten und ohne jede Wärmezufuhr ausgepresst. Der Honig wird grob gesiebt und direkt abgefüllt – keine Zwischenlagerung, keine Pasteurisierung, kein Filtrieren. Der Wassergehalt liegt unter 18 %, was die natürliche Haltbarkeit ohne weitere Behandlung sichert.


2 — Enzyme: der wichtigste Qualitätsunterschied

Enzyme sind die empfindlichsten und zugleich wertvollsten Inhaltsstoffe im Honig. Sie werden von den Bienen über ihren Speichel eingetragen und sind hitzelabil: Ab 40 °C beginnt ihr Abbau, ab 70 °C sind sie nahezu vollständig inaktiviert. Das Schleudern selbst zerstört keine Enzyme – aber die anschließende Erwärmung zur Verflüssigung tut es. In unserem kalt gepressten Presshonig bleiben alle Enzyme vollständig aktiv.

Die drei Schlüsselenzyme im Vergleich

Glucoseoxidase: Das wichtigste Enzym für die antibakterielle Wirkung. Es wandelt Glucose kontinuierlich in Gluconsäure um und setzt dabei Wasserstoffperoxid frei. In Presshonig vollständig aktiv – in erhitztem Schleuderhonig stark reduziert oder inaktiv.

Invertase: Spaltet Saccharose in Fructose und Glucose. Das Niedersächsische Landesinstitut für Bienenkunde bezeichnet die Invertaseaktivität als zuverlässigstes Maß für die Naturbelassenheit eines Honigs – ein direkt messbarer Qualitätsparameter.

Diastase: Baut Stärke in Malzzucker ab, wirkt verdauungsfördernd. Die EU-Honigverordnung schreibt eine Mindest-Diastasezahl von 8 DZ vor – ein Grenzwert, der bei Wärmebehandlung schnell unterschritten wird. Frischer, unerhitzter Presshonig liegt deutlich darüber.

Die Invertaseaktivität informiert laut Fachliteratur direkt über die Reife und schonende Behandlung von Honig. Bereits kurze Erwärmung auf 45 °C reduziert sie messbar. HMF (Hydroxymethylfurfural) – ein Abbauprodukt von Fruchtzucker – steigt bei Wärmebehandlung und Lagerung an und gilt als weiterer Indikator für Wärmeschäden. In frischem Presshonig ist der HMF-Gehalt minimal.

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3 — Pollengehalt: 5,6-fach höher

Beim Schleudern bleiben die Blütenpollen größtenteils in den Wabenzellen hängen – sie sind zu leicht, um durch Zentrifugalkraft mitgerissen zu werden, und werden beim anschließenden Filtrieren vollständig entfernt. Beim Pressen werden sie mechanisch aus den Zellen herausgedrückt und landen im Honig.

Das Ergebnis: Presshonig enthält nach verfügbaren Studienvergleichen rund 5,6-fach mehr Pollen als Schleuderhonig. Pollen sind ernährungsphysiologisch bedeutsam: Sie liefern vollständige Proteine mit allen essenziellen Aminosäuren, B-Vitamine, Mineralstoffe und Flavonoide. Zusätzlich enthält Presshonig durch den Pressvorgang auch Perga – fermentierte Pollen, die von den Bienen als Nahrung vorverarbeitet wurden und besonders gut bioverfügbar sind.

Der höhere Pollengehalt im Presshonig ist auch für Menschen mit saisonalen Pollenallergien relevant: Eine 2010 durchgeführte Pilotstudie zeigte, dass lokaler, pollenhaltiger Honig zur Verbesserung der medikamentösen Symptomkontrolle beitragen kann – ein Effekt, der nur bei pollenhaltigem Honig auftritt, nicht bei gefiltertem Schleuderhonig.

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4 — Mineralien, Vitamine & Propolis

Durch die fehlende Filtration und den Pressvorgang enthält Presshonig höhere Konzentrationen an Mineralien und Spurenelementen als Schleuderhonig. Außerdem gelangen beim Pressen feine Propolis-Spuren aus den Wabenzellen in den Honig – Propolis, das Bienenharz, das die Bienen zur Desinfektion des Stocks verwenden, enthält über 300 identifizierte Verbindungen mit antibakteriellen, antiviralen und antifungalen Eigenschaften.

Mineralien & Spurenelemente in Presshonig

Kalium Magnesium Calcium Eisen Kupfer Mangan Zink Chrom

Kalium reguliert Flüssigkeitshaushalt und Blutdruck. Magnesium ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Calcium stärkt Knochen und ist für die Zellsignalübertragung nötig. Eisen unterstützt Blutbildung und Sauerstofftransport. Zink fördert Wundheilung und Immunfunktion. Mangan und Kupfer sind essenziell für Enzymfunktionen im Energiestoffwechsel.

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5 — Der vollständige Vergleich auf einen Blick

Inhaltsstoff / Merkmal Schleuderhonig Presshonig (Mitterer & Müller)
Glucoseoxidase Reduziert durch Wärme Vollständig aktiv
Invertase Messbar reduziert ab 45 °C Vollständig aktiv – Naturbelassenheits-Indikator
Diastase (DZ) Oft nahe Mindestwert (8 DZ) Deutlich über Mindestwert
HMF-Gehalt Erhöht durch Wärme & Lagerung Minimal – frisch und unerhitzt
Pollengehalt Basiswert (gefiltert) 5,6-fach höher
Propolis-Spuren Keine Enthalten (über 300 Verbindungen)
Mineralien Basiswert Höher (K, Ca, Mg, Na, Fe, Zn, Cu, Mn)
Vitamin C Teilweise abgebaut Vollständig erhalten
B-Vitamine Reduziert Besser erhalten
Optik Klar bis leicht trüb Naturtrüb, cremig
Verarbeitung Oft erhitzt, feinfiltriert Kalt, ungefiltert, direkt abgefüllt
Oxidation Erhöht durch Luftkontakt beim Schleudern Reduziert – weniger Luftkontakt
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6 — Wann ist Schleuderhonig die bessere Wahl?

Ehrlichkeit gehört dazu: Schleuderhonig hat seine Berechtigung. Er ist günstiger, gleichmäßiger in Konsistenz und Geschmack, und für viele Anwendungen – zum Backen, Kochen, Süßen – vollkommen ausreichend. Bei Wärmeanwendungen über 40 °C gehen die Enzyme des Presshonigs ohnehin verloren, der Vorteil entfällt.

Presshonig ist die überlegene Wahl wenn man Wert auf volle Enzymaktivität, maximalen Pollengehalt und minimale Verarbeitung legt – also wenn der Honig roh, direkt und als funktionelles Lebensmittel verzehrt wird. Warum Presshonig in diesen fünf Punkten gesünder ist, zeigen wir wissenschaftlich aufbereitet.

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Fazit: Der Unterschied zwischen Presshonig und Schleuderhonig liegt nicht im Bienenstock, sondern in der Verarbeitung. Presshonig enthält messbar mehr Enzyme, 5,6-fach mehr Pollen, Propolis-Spuren und höhere Mineralstoffkonzentrationen – weil nichts davon durch Wärme, Filtration oder Zentrifugalkraft entfernt wird. Für Menschen, die Honig als funktionelles Lebensmittel roh verzehren, ist Presshonig die wissenschaftlich begründete bessere Wahl. Und wenn der Presshonig dazu noch aus alpiner Wildflora auf 1.100–2.000 m Höhe stammt, kommt eine weitere Wirkstoffdimension dazu.

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* Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Angaben zu Studien beziehen sich auf zitierte Fachquellen. Honig ist für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet.